2. Bundesliga, Frauen:

HC Leipzig – TG Nürtingen

Am Schluss fehlen die letzten Körner

Die TG Nürtingen hat am Samstagabend gegen den Liga-Ersten HC Leipzig eine bemerkenswerte Performance abgeliefert. Doch am Schluss marschierten in Markranstädt enttäuschte TG-Spielerinnen gen Kabine – der Frust schwerpunktmäßig dem Verlauf der letzten zehn Minuten geschuldet. „Möglicherweise haben uns in diesem intensiven Spiel am Schluss etwas die Körner gefehlt“, merkte TG-Kapitänin Lisa Wieder nach der 30:29 (15:15)-Niederlage an. Coach Manel Cirac schwankte in seiner Bilanz zwischen „stolz über die Mannschaftsleistung“ und Hader über eine „bittere Niederlage“. Bitter in erster Linie deshalb, weil sein Team von Beginn an sehr sortiert und konsequent wirkte, sich bietende Räume immer wieder gut nutzte, Varianz im Spieltempo und -aufbau präsentierte. Zu den Besonderheiten des Liga-Hits gehört jene Geschichte: Die „Neckarmädels“ erhöhten kurz nach der Pause durch Nina Fischer trotz doppelter Unterzahl auf 16:20, zudem entschärfte Torhüterin Kerstin Sander in diesen schwierigen Momenten einen Siebenmeter von Pauline Uhlmann per linkem Bein. Das Manko der Nürtingerinnen: Es gelang nicht, den zeitweise auf vier Treffer angewachsenen Vorsprung (16:20, 17:21) zu verteidigen oder gar auszubauen. Der ein oder andere technische Fehler schlich sich ein, im Abschluss wurde teils zu flott der Abschluss gesucht, Pässe teils mit zu hohem Risiko gespielt. Die Schlussphase gestaltete sich extrem spannend. Nach einer 26:25-Führung gerieten der HC Leipzig zwar 27:28 ins Hintertreffen, holte sich das Ein-Tor-Plus aber zweimal zurück (29:28, 30:29). Leonie Dreizler (mit sieben Treffern zusammen mit Lisa Fuchs am Samstag erfolgreichste TG-Torschützin) scheiterte dann mit der letzten Aktion der Partie an HC-Torhüterin Janine Fleischer. „Das ist Handball“, ordnete Nürtingens Coach Manel Cirac diese letztendlich unglückliche dritte Saisonniederlage ein, die Tabellenplatz drei kostete. „Wenigstens ein Unentschieden hätten wir verdient gehabt“, konstatierte derweil Kapitänin Wieder. Keine gute Nachricht kommt unterdessen von Michelle Schäfer: Die TG-Rückraumakteurin muss sich einer Operation am Ellenbogen unterziehen, wird folglich womöglich bis Frühjahr 2026 ausfallen.


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