2. Bundesliga, Frauen:

Mit gutem Gefühl in die Pause

Tabellenplatz zwei verteidigt, den Abstand auf Spitzenreiter HC Leipzig um einen Pluszähler auf drei reduziert: Für die TG Nürtingen lief der Spieltag, statistisch gesehen, ausgezeichnet. Für den Derbysieg bei den „Tigers“ musste das Team von Manel Cirac am Freitagabend in der Waiblinger Rundsporthalle jedoch sehr hart arbeiten. Das knappe 30:29-Endresultat kommt nicht von ungefähr, die Partie stand lange auf Messers Schneide. Ein deutliches Leistungsplus in Halbzeit zwei, nach 16:20-Rückstand zur Pause, sicherte den siebten TG-Sieg in Folge. „In der zweiten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir normal spielen. Mit einer guten Abwehr und einer guten Leistung im Angriff“, lobte Cirac. Anfangs allerdings stellte Waiblingens Defensive, verbunden mit einer gut aufgelegten Torhüterin Sarah Nørregaard Thomsen, den TG-Angriff vor große Probleme. Bezahlt machte sich bei Nürtingen dann die Hereinnahme von Nele Nusser. Sechs Tore steuerte die 20-Jährige im ersten Durchgang aus dem Rückraum bei. Was für die TG aber schwerer wog als die Probleme im Angriff: der fehlende Zugriff in der Defensive. So liefen die „Neckarmädels“ zumeist hinterher. Allerdings schien Coach Cirac in der Kabine richtige Worte gefunden zu haben. „Ich habe gesagt, wir werden das Spiel gewinnen“, berichtete der Spanier nach der Partie. Die TG zeigte sich vor allen Dingen in der Abwehr deutlich verbessert. Zwei verwandelte Siebenmeter von Lisa Fuchs sowie wichtige Paraden von Torhüterin Sophie Leenen sorgten dann kurz vor Spielende für eine 30:28-Führung. Den „Tigers“ gelang zwar durch Amelie Herzog noch der Anschluss, den letzten Angriff spielte Nürtingen aber unaufgeregt herunter. „Beide Teams haben alles reingehauen ins Derby“, ordnete TG-Akteurin Nora Erhardt das teils sehr emotionale Geschehen aus Spielerin-Sicht ein. Zwischen dem Hauchdünn-Erfolg in Waiblingen und dem Heimmatch gegen den HSV Solingen-Gräfrath liegen nun rund drei Kalenderwochen. „Wir werden nicht in einen anderen Arbeitsmodus wechseln“, kündigte Manel Cirac normalen Trainingsbetrieb an. „Der Rhythmus mit den sieben Siegen in Serie war sicherlich gut“, sagte TG-Toptorschützin Lisa Fuchs (seit Freitagabend 158 Saisontreffer), doch die schöpferische Spielpause käme trotzdem nicht ganz nicht ungelegen. „Durch die Verletzten im Kader mussten andere mehr spielen“, argumentiert sie. TG-Kapitänin Lisa Wieder sieht kein Absinken des Spannungsbogens auf die Mannschaft zukommen: „Ziel ist es jedenfalls, unsere Routinen beizubehalten.“

Website Gegner

VfL Waiblingen